Governance

Die Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat: Das hat sich bewährt

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Bei der Neubesetzung von Aufsichtsratsmandaten hat es in den vergangenen Jahren einige Veränderungen gegeben. Dazu hat unter anderem die gesetzliche Frauenquote beigetragen, der voll mitbestimmungspflichtige und börsennotierte Unternehmen unterliegen. Nicht nur die Frauenquote, sondern auch das Thema Diversität bestimmt bei der Neubesetzung zunehmend die Diskussionen in der Presse.

Außerdem sind die Anforderungen sowie die Aufgaben der Aufsichtsräte durch die zunehmende Anzahl gesetzlicher Regularien und Compliance-Vorschriften gestiegen. Folglich spielen bei der Nachfolgeplanung die Kompetenzen eine nunmehr entscheidende Rolle.

Herausforderungen in großen Aufsichtsratsgremien

Insbesondere bei großen Aufsichtsratsgremien mit mehr als 20 Aufsichtsräten ist es für das Unternehmen schwierig, einen Überblick über die vorhandenen Kompetenzen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder zu behalten. Kenntnisse im Bereich der Rechnungslegung oder juristische Fachkenntnisse sind in der Regel klar ersichtlich. Häufig findet sich ein Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer im Aufsichtsrat, der in vielen Fällen auch der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist. Sofern das Gremium einen oder mehrere Rechtsanwälte in seinen Reihen hat, sind auch juristische Kompetenzen abgedeckt.

Schwieriger wird es hingegen bei weiteren Kompetenzen, die nicht zwangsläufig mit der Berufsbezeichnung einzelner Aufsichtsräte verknüpft sind. So können beispielsweise die folgenden Kompetenzen für ein Gremium generell oder in einer besonderen Situation für das Unternehmen unerlässlich sein:

  • Branchenkenntnisse
  • Digitalisierungskompetenzen
  • Erfahrung mit der Aufsichtsratstätigkeit im Insolvenzfall
  • Erfahrung mit der Aufsichtsratstätigkeit bei einem schwerwiegenden Compliance-Verstoß des Unternehmens, der mit zahlreicher negativer Medienberichterstattung einhergeht
  • Erfahrungen mit der Expansion in exotischere Länder

Warum eine Analyse des Status quo wichtig ist

Um bei der Nachfolgeplanung herauszufiltern, welche Kompetenzen das neue Aufsichtsratsmitglied haben soll, muss zuerst der Status quo analysiert werden. Denn nur so kann das Gremium herausfinden, bei welchen Kompetenzen es bisher nicht so gut besetzt ist. Eine durchgeführte Effizienzprüfung kann hier beispielsweise Schwachstellen des Gremiums offenlegen. Allerdings sollte generell nicht abgewartet werden, bis die nächste Effizienzprüfung ansteht.

Es ist empfehlenswert, sich bei der Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat rechtzeitig mit dem Status quo zu beschäftigen. Denn insbesondere bei größeren Gremien kennen sich die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrates in der Regel nicht so gut. Anders ist dies beispielsweise bei Gremien, die lediglich aus drei oder sechs Aufsichtsräten bestehen.

Dennoch kann es auch bei kleineren Gremien hilfreich sein, die vorhandenen Kompetenzen im Gremium transparent darzustellen. Vor allem bei jahrzehntelanger Berufserfahrung ist es kaum möglich, über alle Fähigkeiten der anderen Mitglieder Bescheid zu wissen. Insbesondere auch bei neu erworbenen Fertigkeiten durch aktuelle berufliche Tätigkeiten dürfte dies auch im Interesse des Unternehmens liegen. So sind derzeit durch disruptive Geschäftsmodelle und die digitale Transformation vor allem Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung bei der Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat wichtig.

Die Schaffung von Transparenz des Status quo im Aufsichtsrat kann zudem bei der Berichterstattung im Rahmen der Corporate Governance genutzt werden. Nicht nur Aktionäre, sondern auch andere Stakeholder schauen an dieser Stelle immer genauer hin. Sofern die Unternehmen hier im Vergleich zu anderen Unternehmen schlechter abschneiden, werden sie beispielsweise von Stimmrechtsberatern oder aktivistischen Aktionären zunehmend kritisiert. Um der Kritik den Nährboden zu entziehen, bietet sich die freiwillige Offenlegung bzw. das eigene Tätigwerden für Unternehmen an.

Wie der Einsatz von Software die Suche erleichtern kann

Für eine Vergleichbarkeit der Besetzung des eigenen Gremiums mit den von anderen Unternehmen kann der Einsatz der Software zur Nachfolgeplanung von Diligent die gewünschte Transparenz schaffen. Dies kann für Unternehmen beim Vergleich der Corporate Governance mit der Konkurrenz immer auch von Vorteil sein. Dadurch können beispielsweise auch Corporate-Governance-Risiken des Unternehmens verringert werden. Wie die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, nehmen Investoren ihre Stimmrechte zunehmend war. Somit werden Unternehmen heutzutage schneller mit drohenden Klagen konfrontiert, wenn Investoren einen Verstoß als gegeben erachten.

Auch bei der Suche nach geeigneten Kandidaten für den Aufsichtsrat kann die Software behilflich sein. Heutzutage werden neue Mitglieder für den Aufsichtsrat zwar vor allem noch über Netzwerke akquiriert. Wenn allerdings eher seltene Kompetenzen gesucht werden, stoßen diese möglicherweise an ihre Grenzen. Auch darf nicht vergessen werden, dass die Besetzung des Aufsichtsrates in früheren Jahren weniger nach Kompetenzen erfolgte als dies heutzutage der Fall ist.

Wie die Medienberichterstattung zeigt, ist es auch für einige größere Unternehmen oftmals schwierig, ein Aufsichtsratsmandat neu zu besetzen. Dies trifft vor allem in einer besonderen Situation des Unternehmens auf: In diesem Fall ist häufig nicht nur die Anzahl an potenziellen Kandidaten überschaubar. Auch müssen diese über entsprechende zeitliche Kapazitäten verfügen, denn insbesondere in einer Unternehmenskrise wird die Anzahl der Sitzungen deutlich höher sein als dies in normalen Zeiten der Fall ist.

Fazit: Die Nachfolgeplanung im Aufsichtsrat sollte rechtzeitig thematisiert werden, damit sie rechtzeitig geplant werden kann. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten kann sowohl der Einsatz einer Software als auch das Inanspruchnehmen eines vorhandenen Netzwerks hilfreich sein.

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