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Familienunternehmen richtig führen – fünf Ansätze für eine bessere Einbindung der Familie

Diligent war einer der Sponsoren der zweiten jährlichen Family Business Transitions Mexico Conference, die Anfang Juni in Mexiko-Stadt stattfand. Meghan Day, Field Marketing Director für Nord- und Südamerika, lud zu einer Podiumsdiskussion dazu ein, wie sich nicht im Unternehmen tätige Familienmitglieder sowohl am Familienvermächtnis beteiligen als auch in das Unternehmen und seine Entscheidungen einbringen können. Mit auf dem Podium saßen Carlos Álvarez, Board President der Grupo Paisano, John Neretlis, President des Familienrates bei Rowntree Enterprises, sowie Larry Putterman, CEO von Larry Putterman Consulting und Mitglied in den Führungsgremien mehrerer Unternehmen.

Die Diskussion beschäftigte sich mit fünf Ansätzen für ein Familienunternehmen, eine geschlossene Familienbasis zu schaffen, die wiederum den langfristigen Erfolg des Unternehmens stärken und so für zukünftige Generationen nachhaltig absichern kann.

Besseres Verständnis des Unternehmens schaffen
Alter und Generation sind zwei oft genannte Gründe, aus denen Familienmitglieder vom Unternehmen ferngehalten werden. Die Diskussionsteilnehmer waren jedoch der Meinung, dass es nie zu früh (oder zu spät) ist, Engagement zu fördern und alle Mitglieder der Familie über die geschäftlichen Aktivitäten zu informieren. Dabei erwiesen sich die folgenden Wege als effektiv: das regelmäßige Erzählen der Firmengeschichte des Unternehmens, Besuche in Büros oder Einrichtungen sowie die Planung von Treffen aller Familienmitglieder mit den wichtigsten Mitarbeitern.

Generationsübergreifende Beziehungen aufbauen
Blut ist zwar bekanntlich dicker als Wasser, doch enge Bindungen zwischen Familienmitgliedern entstehen nicht von allein. Natürlich sind regelmäßige Familienfeiern wichtig. Aber auch das Oberhaupt muss dazu beitragen, einen regelmäßigen Austausch zwischen den Familienmitgliedern unterschiedlicher Generationen zu pflegen. Manchmal reicht es schon, hin und wieder gemeinsam eine Tasse Kaffee zu trinken, um langfristig Vertrauen aufzubauen.

Für Familien mit starken Bindungen sind die nächsten natürlichen Schritte das Veranstalten offizieller Familientreffen oder die Bildung eines Familienrates. Ähnlich wie bei der Vorstandssitzung eines Unternehmens bietet dieses Forum den Beteiligten die Gelegenheit, familiäre Belange und Entscheidungen in einem formellen und regelmäßigen Rahmen zu thematisieren.

Jedem Gehör schenken
Zwar spielt der formelle Charakter der Kommunikation innerhalb der Familie eine wichtige Rolle; doch diese Kommunikation muss scheitern, wenn sie nur durch eine oder zwei Personen an der Spitze der Familie diktiert wird. Ein Familienoberhaupt muss insbesondere dafür sorgen, dass andere Familienmitglieder gehört werden; sie benötigen ein Forum, in dem sie Fragen stellen können. Das kann bedeuten, dass das Familienoberhaupt zunächst Meinungen einholen und selber Fragen stellen muss. Den Diskussionsteilnehmern zufolge sind es zudem häufig die stillsten Familienmitglieder, die die meisten neuen Ideen einbringen.

Die Werte der Familie identifizieren und formulieren
Unternehmen entwickeln eine Philosophie und eine Vision. Mit einem ähnlichen Ansatz können auch Unternehmerfamilien zu großer Stärke finden. Bei richtiger Umsetzung unterstützt dies nicht nur die Entscheidungsfindung innerhalb der Familie, sondern diese Werte können auch zum wesentlichen Faktor der Geschäftspolitik und der Kultur des Unternehmens werden. Diese Werte gemeinsam zu achten und die Zeiten zu würdigen, in denen alle Familienmitglieder diese Werte vorleben, tragen zu einer starken Bindung mit dem Unternehmen bei – auch für Familienmitglieder, die dort nicht tätig sind.

Eine unterstützende Familiengemeinschaft aufbauen
Auch bei finanziellen Schwierigkeiten, in Wirtschaftskrisen oder bei einem Wechsel im Management bleibt Familie noch immer Familie. Jedes Unternehmen durchlebt ab und an an harte Zeiten; das ist unvermeidlich. Eine Familie kann damit besser zurechtkommen, wenn sie es schafft, dem Familienvermächtnis und der Stärke der Familie einen Sinn außerhalb des Unternehmens zu geben – etwa das Engagement für die Marke oder im Rahmen der philanthropischen Tradition der Familie.

Jedes Familienunternehmen ist für sich genommen einzigartig. Doch gerade deshalb – darin stimmten die Diskussionsteilnehmer überein – ist eine offene Kommunikation unabdingbare Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

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