Interview

Diligent Talk: Interview mit Peter Buchenau


Peter Buchenau, „Mr. Chefsache“ und Experte für den privaten und beruflichen Neuanfang im deutschsprachigen Raum, ist ein Mann von der Praxis für die Praxis. Er gibt Tipps vom Profi für den Profi – unabhängig, ob Selbständiger, Freiberufler oder Angestellter. Früher war er selbst Manager und Geschäftsführer in namhaften Unternehmen wie Ciba-Geigy, MANOR, Unisys oder eibe. Heute ist er Fach- und Führungskräftekünstler (Trainer, Berater, Coach, Redner), mehrfacher Autor und Herausgeber, Comedian und Dozent an zwei Hochschulen.  Peter Buchenau macht heute, was sein Herz ihm sagt. Das Buch dazu ist 2018 im Walhalla/Metropolitan Verlag erschienen. Siehe: Mach, was dein Herz dir sagt!

Peter Buchenau war und ist als erfahrener Manager natürlich auch lange bereits im Zusammenspiel und erfolgreichen Sparring mit seinen Assistenzen. Und dazu hat er sogar ein Buch herausgegeben. Ein Grund mehr also, den sympathischen Mr. Chefsache etwas näher zum Berufsbild der Assistenz der Zukunft zu befragen.

 

Wie wird sich die Rolle der Assistenz in den nächsten 5-10 Jahren verändern? Welche Skills werden künftig benötigt?

Die Welt im Wandel, die Führung im Wandel und somit auch die Assistenz im Wandel. In Zukunft wird jeder Job, der von einem Roboter gemacht werden kann, von einem Roboter ausgeübt werden. Die Assistenz der Zukunft muss sich daher auf Aufgaben fokussieren bzw. weiterbilden, die ein Roboter nicht oder noch nicht bewerkstelligen kann. Das sind vor allem die weichen Faktoren im Unternehmen einbringen. Mehrere Studien gehen davon aus, dass die Assistenz von Morgen hauptsächlich drei Skills benötigen muss. 1. Eine hohe Sozialkompetenz. 2. Eine starke Motivationsfähigkeit und 3. eine ausgesprochene Verhandlungskompetenz. Ferner muss jeder Job, auch die Assistenz, in die Sichtbarkeit kommen.

 

Assistenzen sind strategische Business Partner. Stimmen Sie dem zu?

Auf alle Fälle, mehr noch sogar. Das habe ich auch im Dossier „Führung im Wandel – Assistenz im Wandel“ bei Miss Moneypenny beschrieben. Führungskraft und Assistenz müssen eine neue „WIR-Marke“ entwickeln. Nur dann schaffen beide und das Unternehmen einen echten Mehrwert. Denn das Ziel muss sein 1 + 1 = 3.

Grundlage der Zusammenarbeit ist Vertrauen. Das heißt, ich habe meine Assistentinnen damals und auch meine heutige Assistenz in einem Maße empowered, gestellte oder ankommende Aufgaben eigenständig zu bewerkstelligen. Das heißt, wir haben zuerst ein oberes Ziel über einen gewissen Zeitraum festgelegt, z.B. über 6 Monate oder gar 12 Monate. Somit war der Assistenz die Unternehmensvision und die Strategie klar. Die Assistenz konnte dann frei entscheiden, ob die Tätigkeit dem Ziel dienlich ist, oder nicht. Bei einem NEIN hatte meine Assistenz permanente Rückendeckung von mir. Es war ja meine Anweisung, welche sie im Sinne der Strategie durchsetzte. Vertrauen und Loyalität waren immer Attribute und Werkzeuge für eine erfolgsbringende Zusammenarbeit, so dass Führungskraft und Assistenz zur Marke WIR, also zu 1+1=3 werden.

 

Was glauben Sie, warum ist das Bild der Assistenz an vielen Stellen noch immer so verfälscht? Was kann die Berufsgruppe dagegen tun? 

Dem Wandel offen entgegenstehen. Auch wenn es sein muss über die Anweisungen der Führungskraft hinaus. Viele Assistenzen erfüllen jeden Tag einen fantastischen Job, zeigen es aber nicht nach außen. Was nützt es also, die beste Assistenz zu sein und keiner weiß es? Das Zauberwort heißt Sichtbarkeit, Sichtbarkeit und nochmals Sichtbarkeit. Das schafft man durch Präsenz und Wirkung.

Sichtbar heißt, anders sein und vor allem „nicht vergleichbar“ zu sein. Denn: „Wer vergleichbar ist, ist austauschbar“ (Zitat Peter Buchenau). Sichtbar heißt heute nicht mehr, die Arbeit oder Aufgabe sehr gut zu machen. Ich vergleiche das immer mit dem Eiskunstlauf. Die Arbeit gut oder sehr gut machen, das ist das Pflichtprogramm, doch die Weltmeisterschaft wird in der Kür gewonnen. So muss jede Assistenz ihre eigene Kür finden. Da gibt es keine Pauschalaussage, denn dann wäre man wieder vergleichbar.

Auch wichtig ist: „Tue das, was du kannst und nicht das was du gelernt hast!“ (Zitat Peter Buchenau). Denn das, was du kannst, kommt von Herzen, ist voller Leidenschaft, ist das Talent. Aus dem Herzen Assistenz sein, das ist die oberste Grundlage, um sichtbar zu werden, egal ob innerhalb oder außerhalb einer Organisation. Aus dem Herzen wirken, bringt jeden Menschen in die Sichtbarkeit.

Präsenz und Wirkung sollten Sie sich von Bühnenexperten holen. Auch wenn es nicht so aussieht, aber jeder Schritt, den wir auf der Bühne tun, ist überlegt und einstudiert. So kann es zum Beispiel entscheidend sein, ob die Assistenz links oder rechts vom Chef steht. Eine Kleinigkeit, aber entscheidend.

 

 

Weitere Infos zu Peter Buchenau:

Benötigen Sie eine Veränderung oder gar Neuanfang in Ihrem Leben? Peter Buchenau begleitet Sie bei der Umsetzung Ihres Weges, damit Sie Spuren hinterlassen – Spuren, an die man sich noch lange erinnern wird. In seinen über 30 Büchern und unzähligen Keynote Vorträgen verblüfft er die Teilnehmer mit seinen einfachen und schnell nachvollziehbaren Praxisbeispielen. Er versteht es vorbildlich, ernste und kritische Sachverhalte so unterhaltsam und kabarettistisch zu präsentieren, dass die emotionalen Highlights und Pointen zum Erlebnis werden.  Als Autoren-Scout und Literaturagent hat er schon über 200 Autoren zum eigenen Buch verholfen. Zudem steht er über 150 Mal pro Jahr mit seiner Comedy-Kabarett Show „Männerschnupfen“ auf der Theaterbühne. Das bedeutet: Präsenz, Wirkung und Sichtbarkeit vom Feinsten!

 

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